Die Schmalspurstrecke zum Bahnhof Südende wurde 1912 Richtung Mariendorf verlängert.
Bahnhof Südende um 1921: Eingleisige Meterspurstrecke der Linie 97 Steglitz - Mariendorf
Kurze Pause an der Endstelle Bahnhof Steglitz
Auch in Berlin wuchs nun das Straßenbahnnetz an, allerdings entschied man sich hier für die Normalspur (1435 mm statt der
Lichterfelder Schmalspur von 1000 mm). Schon bald berührten sich die Straßenbahnnetze der 1906 in der Teltower Kreisbahn aufgegangenen Lichterfelder Schmalspurbahn. Mit der Eingliederung in die Berliner Straßenbahn (1921) wurden die Strecken auf Normalspur umgerüstet.
Am Sonnabend den 15. Februar 1930 entstand dieses Bild vor dem Straßenbahn- Betriebshof am Ostpreusendamm (heute
BSR-Recyclinghof): Abschiedsfeier für die ehemaligen Teltower Kreisbahner vom Schmalspurbetrieb. Mit diesem Tage endete der Schmalspurbetrieb in Berlin, die vorhandenen letzten
Linie 42 Bahnhof Lichterfelde-Ost - Boothstraße - Berliner Straße - Albrechtstraße - Bahnhof Steglitz und Linie 97 Mariendorf (Chausseestraße) - Bahnhof Mariendorf -
Bahnhof Südende - Albrechtstraße - Bahnhof Steglitz.
Bahnhof Südende mit Schmalspurgleisen und Fahrleitung für die Straßenbahn.
Für diese beiden letzten Strecken (Linien 42 und 97) war auch eine Umspurung der Strecken auf Normalspur vorgesehen, und
streckenweise auch schon vorbereitet worden (Gärtnerstraße in Lichterfelde). Aufgrund der wirtschaftlichen Lage gelang es
jedoch bis 1930 nicht, dieses Vorhaben umzusetzen. Die vorhandenen Fahrzeuge und Anlagen waren in einem abgenutzten Zustand, sodass es zur Stilllegung der beiden Straßenbahnlinien führte.
Ersetzt wurden die Linien 42 und 97 zunächst durch den Autobusbetrieb, am 23. April 1942 wurde die Linie 97 durch einen
elektrischen Oberleitungsbus (Obus) ersetzt.
--> Der Obusbetrieb Linie 32 und 97 in Steglitz

Der schlechte Zustand der Schmalspur-Fahrzeuge aus Berlin-Lichterfelde ist hier auf dem Bild des letzten Betriebstages(Februar 1930) gut zu sehen
Heute erinnert in Lichterfelde nicht mehr viel an den einstigen Straßenbahnbetrieb. Am Bahnhof Lichterfelde-Ost mahnt seit
Dezember 1983 eine Geschichtshaltestelle gegen das Vergessen. Kaum ein Lichterfelder weiss etwas über den Schmalspurbahnbetrieb, auch eine Geschichtshaltestelle hilft hier nicht, letztendlich wurde auch sie vergessen (BVG
Kundenzeitung BVG Plus Ausgabe 1/2006 und 3/2006). Eine Straßenbahn wird es leider in Lichterfelde nicht mehr geben, die
Politiker haben mehr Freude an stinkenden Autos und lärmenden Straßen. Da ist es völlig falsch auch noch auf ein umweltfreundliches, leistungsfähiges und ökonömisches Verkehrsmittel zu verweisen. Auf den Hauptmagistralen
(Ostpreussendamm, Hindenburgdamm, Drakestraße, Lichterfelder Allee) verkehren heute Autobuslinien im dichten Takt, auch
eine U-Bahnplanung gab es für den Hindenburgdamm sowie der Albrechtstraße. An eine preiswertere Straßenbahn, die auch attraktiver von den Bürgern angenommen wird, will hier keiner etwas wissen oder daran erinnern ...
Ein Artikel aus der Mitarbeiterzeitung “Die Fahrt” 6/1930 zum letzten Betriebstag der Schmalspurbahn ist unter der Dokumentennummer 115 im Dokumentenbereich abrufbar (PDF).
Text und Zusammenstellung: M. Jurziczek 4/2006

Gleisplan der BVG (1953) Ausschnitt Lichterfelde
Quellennachweis zu diesem Artikel
- 125 Jahre Straßenbahn in Berlin€, ALBA-Verlag 1990, von Sigurd Hilkenbach
- Straßenbahnarchiv Berlin und Umgebung 5 Transpressverlag 1987, von Autorenkollektiv unter Leitung von Dr.-Ing.
Gerhard Bauer
- Das Ende der Schmalspurbahn zwischen Steglitz und Lichterfelde erschienen in der Die Fahrt 6/1930 von F.
Rothbarth
- -Von der Sänfte bis zur Hochbahn, erschienen in der Mitarbeiterzeitung der BVG Die Fahrt 9/1929
- Einstellung der Meterspurstrecken, erschienen in Berliner Verkehrsblätter, Heft 2/1980 Seiten 29 bis 31 von Heinz
Jung
|