Schienenschleifzug Baujahr 1935, Wagen 1103, 1104, 1006
Ab 1935 kam ein in Zusammenarbeit mit der Hamburger Hochbahn und Krupp-Stahl entwickeltes Fahrzeug zum Einsatz. Einem ausrangierten Triebwagen der Bauart A1 wurde jeweils an beiden
Kuppelenden ein Schleifwagen angesetzt. Diese Schleifwagen kamen auch baugleich bei der Hamburger Hochbahn zu Einsatz, so konnte man sich bereits auf die Arbeitsergebnisse dieser
Arbeitswagen berufen. Der Triebwagen führte die Wagennummer 1006, die Schleifwagen die Nummern 1103 und 1104.
Dieser Schienenschleifzug ist zusammen mit der Hamburger Hochbahn und der Firma Krupp (Essen) etwa um 1930 für Hamburg entwickelt worden. Rotierende Schleifsteine am Drehgestell des
Fahrzeuges bearbeiten so mehr Meter in der Stunde, als es bisher per Hand möglich war. Dieser erste Schienenschleifzug für das Berliner Kleinprofilnetz war 3-teilig, wie auf dem oberen Bild zu sehen bestehend
aus einen A1-Triebwagen und der zwei je stirnseitig angekuppelten Schleifwagen.
Abb.: Schleifstein im Dehgestell des Schleifwagens
Dieser Schleifzug, der mit 8 Schleifscheiben ausgestattet war, wurde mit einem Zugfahrer und zwei Maschinisten
besetzt. Für den Triebwagen A1 wurden die vier Motoren und die Bremseinrichtung beibehalten. Der Einbau eines
zweiten Fahrschalters ermöglichte die Bedienung des Schleifzuges von beiden Wagenenden. Die Fahrgeschwindigkeit betrug max. 25 Km/h (Überführungsfahrt), während des Schleifvorgangs nur 2 bis 3 Km/h. Für die Einhaltung der
geringen aber kraftvollen Geschwindigkeit wurden anstatt der Längsbänke im Zug Zusatzwiderstände eingebaut, die Wärme wurde über Schlitze unter den verkleinerten Fenstern abgeleitet.
Der für die Bewegung der Schleifsteine erforderliche Kraftbedarf wird der Stromschiene entnommen.
Abb.: Arbeitszug im Arbeitseinsatz
Um bei der Schleiffahrt das Einschleifen von Löchern in den Schienenkopf zu verhindern, werden die seitlich angebrachten
Rutscher mit der Schleifscheibe auf eine Höhe gebracht. Der Schleifzug mit dem Triebwagen 1006 wurde im Herbst 1972 ausgemustert.
Die Türme auf den Schleifwagen dienen der mechanischen Fahrsperre, die beim Kleinprofil im Dachbereich angeordnet ist
Quellen:
- Zuarbeit aus dem Autorenkollektiv Berliner Verkehrsseiten, D. Jentzsch,
- Glasers Annalen, Heft Juni 1940
- Die Fahrt, Betriebszeitung der BVG, Ausgabe 6/1938, Artikel “Rad und Schiene”
- Bedienungsanleitung des Schienenschleifzuges Kleinprofil in der Fassung 1976
- ALBA: “Die Berliner U-Bahn” von Lemke / Poppel
- U-Bahn Typenbuch BVG 1978
-
Typenbuch U-Bahn Betriebsfahrzeuge BU-F 2002,
Text: M. Jurziczek 8/2004
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